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Lebensmittel Nr. 1

Es gibt vieles, das Sie selbst tun können für die Qualität Ihres Trinkwassers. Der Wasserberater gibt Ihnen klare Informationen zum Trinkwasser in den eigenen vier Wänden.

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Trinkwasser-Lexikon

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Anlagenersteller

Der Anlagenersteller ist der ausführende → Fachbetrieb, in der Regel ein → Installationsunternehmen. Errichtungs-, Änderungs- und Instandhaltungsarbeiten sind durch den Fachbetrieb oder das → Wasserversorgungsunternehmen auszuführen. Der Begriff stammt aus der → AVBWasserV, § 12.

Anlagenteile

Komponenten der → Trinkwasserinstallation, die nicht Trinkwasserleitungen sind.

Anschlussnehmer

Der Anschlussnehmer ist der Vertragspartner des → Wasserversorgungsunternehmens. Der Begriff stammt aus der → AVBWasserV, § 8 

Aufbereitungsstoffe

Stoffe, die wasserwerksseitig zur Aufbereitung dem Wasser zugesetzt oder in der → Trinkwasserinstallation zur Behandlung von Trinkwasser eingesetzt werden. Zur Behandlung des Trinkwassers dürfen nur Stoffe verwendet werden, die nach → Trinkwasserverordnung § 11 vom Bundesministerium für Gesundheit in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt bekannt gemacht worden sind.

AVBWasserV

Die Verordnung über "Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser" (AVBWasserV) vom 20. Juni 1980 regelt gesetzlich die bei der Wasserversorgung und der → Trinkwasserinstallation zu beachtenden Anforderungen. Die Verordnung trat zum 1. April 1980 in Kraft.

B

Bauherr

Der Bauherr ist der Auftraggeber von Baumaßnahmen (Errichtungen und Änderungen).

Bauwasser

Für die Errichtung, Erweiterung oder Modernisierung von Gebäuden werden zeitlich befristete Anschlüsse an die öffentliche Wasserversorgung als Bauwasseranschlüsse benötigt. Siehe auch → AVBWasserV, § 22.

Bedarfsgegenstände

Begriff aus dem seit dem 01. September 2005 nicht mehr zutreffenden Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände-Gesetz (LMBG).

Behandeln

Unter Behandeln von → Trinkwasser in → Trinkwasserinstallationen im Sinne dieser Richtlinie versteht man die Zugabe von Stoffen.

Betreiber, verantwortlicher

Der verantwortliche Betreiber der → Trinkwasserinstallation im Sinne dieser Richtlinie ist der Besitzer → Anschlussnehmer, der → Bauherr, der Eigentümer, der → Unternehmer oder der Nutzer (Pächter, Mieter).

Betrieb

Betreiben von → Trinkwasserinstallationen ohne Störungen für den Wasserverwender und störende Rückwirkungen auf Einrichtungen des → Wasserversorgungsunternehmens oder Dritter und ohne Rückwirkungen auf die Güte des → Trinkwassers sowie der Sicherstellung der Funktionstauglichkeit. Die einschlägigen Betriebs- und Instandhaltungsanleitungen sind einzuhalten.

  • bestimmungsgemäßer Betrieb
    Betrieb der Trinkwasserinstallation mit regelmäßiger Kontrolle von Funktion und Mängelfreiheit sowie die Durchführung der erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen für den betriebssicheren Zustand. Voraussetzung ist die Einhaltung der zur Planung und Errichtung zugrunde gelegten Betriebsbedingungen (DIN 1988)
  • nichtbestimmungsgemäßer Betrieb
    Geänderte Betriebsweise einer Trinkwasserinstallation, die zu Beeinträchtigungen oder Gefährdungen von Anlagenteile führt und die Trinkwasserbeschaffenheit verändert. Der Wechsel der Betriebsweise führt zu Änderungen des Risikos. Hierunter fallen die Handlungsweisen mit oder an einer Trinkwasserinstallation, die gesetzlichen oder technischen Vorschriften widersprechen oder nicht mit dem Stand der Technik in Einklang stehen. Dies gilt auch für unsachgemäße Bedienung einzelner Anlagenteile (DIN 1988). Die längere Nichtnutzung einer Trinkwasseranlage ist ein nicht bestimmungsgemäßer Betrieb.

Betriebsbuch

Im Betriebsbuch werden alle Störungen, durchgeführten Maßnahmen (baulicher oder instandhaltender Art) sowie Messwerte und Beobachtungen chronologisch dokumentiert.

Betriebswasser

Wasser, das bestimmungsgemäß kein → Trinkwasser ist. Siehe auch → AVBWasserV, §4

Blei und seine Wirkung

Bei der ständigen Aufnahme kleiner Bleimengen spricht man von einer chronischen (sich langsam entwickelnden) Belastung. Gesundheitliche Wirkungen einer chronischen Belastung lassen sich nur in aufwändigen Untersuchungen an einer großen Zahl von Betroffenen und Nichtbetroffenen nachweisen. Mittels solcher Untersuchungen wurde festgestellt, dass die kindliche Intelligenzentwicklung durch Blei beeinträchtigt werden kann. Besonders anfällig auf Blei reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem. Daher sind Ungeborene und Kinder besonders empfindlich. Dies erklärt sich aus der beschriebenen Wirkung, aber auch daraus, dass ein Kind im Verhältnis zu seinem Körpergewicht mehr Flüssigkeit zu sich nimmt als ein Erwachsener. Bei Kindern wird das aufgenommene Blei nicht wie bei Erwachsenen vermehrt in den Knochen gespeichert, sondern bleibt zu einem größeren Anteil in den Organen und den Geweben des Organismus verfügbar und kann gesundheitliche Schäden verursachen. Junge Frauen und Schwangere sollten sich vor einer unerwünschten Aufnahme von Blei schützen. Im Falle einer späteren oder bestehenden Schwangerschaft kann Blei, das in den Knochen der Mutter gespeichert ist, mobilisiert und an das werdende Kind abgegeben werden.

Weitere Informationen zum Thema Blei und Trinkwasser auf der DVGW-Website.

D

Desinfektion

Abtöten oder Inaktivierung von Erregern übertragbarer Krankheiten und sonstigen Mikroorganismen. Es ist zu unterscheiden zwischen:

  • Desinfektion während des → Betriebs (→ TrinkwV, § 11)
  • Desinfektion bei Betriebsunterbrechung (keine Abgabe von Trinkwasser)

E

Entnahmearmatur

Armatur mit freiem Auslass, mit der Trinkwasser entnommen wird. Siehe auch EN 806-1.

Entnahmestelle

Die Entnahmestelle dient der Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch.

F

Fachbetrieb, ausführender

Errichtungs-, Änderungs- und Instandhaltungsarbeiten sind durch das → Wasserversorgungsunternehmen oder ein → Installationsunternehmen auszuführen. Der → Anlagenersteller (Begriff aus → AVBWasserV, § 12) ist der ausführende Fachbetrieb.

G

Großanlagen

Großanlagen sind

d.h. praktisch alle zentralen Warmwasserversorgungsanlagen in öffentlich oder gewerblich genutzten Immobilien.

H

Hauptabsperrvorrichtung

Die Hauptabsperrvorrichtung ist Bestandteil des Hausanschlusses. Der Hausanschluss endet an der Hauptabsperreinrichtung. Siehe auch → AVBWasserV, § 10

Hausanschluss

Der Hausanschluss ist die Verbindung des Verteilungsnetzes des → Wasserversorgungsunternehmens mit der Kundenanlage. Er beginnt an der Abzweigstelle des Verteilungsnetzes und endet mit der → Hauptabsperrvorrichtung. Siehe auch → Kundenanlage und → AVBWasserV, § 10

Hausinstallation

Begriff der Trinkwasserverordnung 2001, § 3 Abs. 2 c. In dieser Richtlinie wird der zutreffendere Begriff → Trinkwasserinstallation verwendet.

Hilfsstoffe

Zu den Hilfsstoffen für Rohre und Rohrverbindungen zählen die Lote und Flussmittel für Kupferrohre sowie die Gewindeschneidmittel und Gewindedichtmittel.

Hygieneplan

Dokumentierter Maßnahmenkatalog der Instandhaltung von Trinkwasserinstallationen; er kann Unterkapitel des Hygieneplans nach Infektionsschutzgesetz oder Hygieneverordnung sein.

I

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme im Sinne dieser Richtlinie ist die Erstbefüllung der → Trinkwasserinstallation mit → Trinkwasser.

Inbetriebsetzung der Kundenanlage

Das → Wasserversorgungsunternehmen oder dessen Beauftragte schließen die Kundenanlage an und setzen sie in Betrieb. Jede Inbetriebsetzung der Kundenanlage ist beim WVU über das → Installationsunternehmen zu beauftragen. Siehe auch → AVBWasserV, § 13.

Installationsunternehmen

Ein in das Installateurverzeichnis eines → Wasserversorgungsunternehmens eingetragener Fachbetrieb. Siehe auch → Anlagenersteller → Fachbetrieb und → AVBWasserV, § 12.

Instandhaltung

Die Instandhaltung gliedert sich nach DIN 31051 in die Maßnahmen:

Wartung Bewahren des Soll-Zustandes
Inspektion Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes
Instandsetzung Wiederherstellung des Soll-Zustandes
Verbesserung Verbesserung des Ist-Zustandes ohne Berücksichtigung des Komforts

K

Kunde des Wasserversorgungsunternehmens

Vertragspartner des → Wasserversorgungsunternehmens. Das muss nicht zwingend der Grundstücks- oder Gebäudeeigentümer sein. Der Vertragspartner mit dem WVU ist Anschlussnehmer und Unternehmer der → Trinkwasserinstallation. Siehe auch → AVBWasserV.

Kundenanlage

→ Trinkwasserinstallation hinter dem Hausanschluss / der Messeinrichtung des → Wasserversorgungsunternehmens. Für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Unterhaltung der Kundenanlage ist der → Betreiber verantwortlich. Siehe auch → Hausanschluss und → AVBWasserV, § 12.

R

Raumbuch

Das Raumbuch ist ein mit allen Beteiligten (Bauherr, Architekt, Planer der → Trinkwasserinstallation usw.) abgestimmtes Dokument für ein Gebäude und enthält schriftlich festgehalten die Nutzungsbeschreibungen der einzelnen Räume sowie den erforderlichen Umfang der Trinkwasserinstallation (siehe auch Installationsmatrix nach EN 1717) unter besonderer Berücksichtigung der Bedarfsermittlung.

Rückbau

Entfernung nicht mehr benötigter Teile der → Trinkwasserinstallation.

S

Schutz des Trinkwassers

Der Schutz des → Trinkwassers im Sinne dieser Richtlinie erfolgt durch Maßnahmen nach DIN 1988-4 oder DIN EN 1717.

Stagnation

Stagnation ist die Verweilzeit des → Trinkwassers in der → Trinkwasserinstallation bei fehlender Entnahme.
Anmerkung:
Eine über längere Dauer nicht genutzte Trinkwasseranlage ist eine nicht bestimmungsgemäß betriebene Trinkwasserinstallation (siehe → Betrieb). Siehe auch DIN 1988-200.

T

Technikzentrale

Raum nach VDI 2050, der die für den bestimmungsgemäßen → Betrieb der → Trinkwasserinstallation erforderlichen Anlagen oder → Anlagenteile enthält.

Trinkwasser

Für den menschlichen Gebrauch geeignetes Wasser mit Güteeigenschaften nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen der (→ Trinkwasserverordnung) (TrinkwV). Trinkwasser ist alles Wasser, im ursprünglichen Zustand oder nach der Aufbereitung, das zum

  • Trinken
  • Kochen
  • zur Zubereitung von Speisen und Getränken

oder insbesondere zu den folgenden anderen häuslichen Zwecken bestimmt ist:

  • Körperpflege und -reinigung
  • Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen
  • Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen

Der Begriff „Trinkwasser“ gilt sowohl für Kaltwasser (PWC) als auch für Warmwasser (PWH / PWH-C). Siehe auch → „Wasser für Lebensmittelbetriebe und → Trinkwasserverordnung, § 3.

Trinkwassererwärmer

Trinkwassererwärmer sind Speicher-Trinkwassererwärmer, zentrale Durchflusswassererwärmer, Speicherladesysteme oder kombinierte Systeme. Siehe auch DIN 4753, VDI 6003, DVGW W 517.

Trinkwasserinstallation

Gesamtheit der Trinkwasserleitungen, Armaturen und Geräte, die sich zwischen dem Punkt der Übergabe von Wasser aus einer → Wasserversorgungsanlage an den → Verbraucher und dem Punkt der Entnahme von → Trinkwasser Trinkwasser-Lexikonbefinden. Siehe auch DIN 1988.

Trinkwasserverordnung (TrinkwV)

Geltende nationale Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Im Sinne dieser Verordnung ist „Wasser für den menschlichen Gebrauch“ → Trinkwasser und → Wasser für Lebensmittelbetriebe.

U

Unternehmer

Eigentümer/Inhaber oder → Anschlussnehmer einer → Trinkwasserinstallation oder einer Einzel- oder Gruppenwasserversorgungsanlage. Er kann verantwortlicher → Betreiber sein. Siehe auch → TrinkwV.

V

Verbraucher

Person, die → Trinkwasser zum Trinken, zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder insbesondere zu den unter Trinkwasser genannten anderen häuslichen Zwecken verwendet.

W

Warmwasser

Warmwasser ist erwärmtes Trinkwasser (genauer: Trinkwasser, erwärmt). Siehe auch DIN EN 806 oder DIN 1988.

Wasser für Lebensmittelbetriebe

Alles Wasser, ungeachtet seiner Herkunft und seines Aggregatzustandes, das in einem Lebensmittelbetrieb für die Herstellung, Behandlung, Konservierung oder zum Inverkehrbringen von Erzeugnissen oder Substanzen, die für den menschlichen Gebrauch bestimmt sind, sowie zur Reinigung von Gegenständen und Anlagen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen können, verwendet wird, soweit die Beschaffenheit des verwendeten Wassers die Genusstauglichkeit des Enderzeugnisses beeinträchtigen kann.

Wasser für den menschlichen Gebrauch

Wasser für den menschlichen Gebrauch ist → Trinkwasser und → Wasser für Lebensmittelbetriebe. Siehe auch → Trinkwasserverordnung.

Wasserversorgungsanlage

Sind nach → Trinkwasserverordnung 2001, § 3 Abs. 2c Anlagen der → Hausinstallation (→ Trinkwasserinstallation), aus denen → Wasser für den menschlichen Gebrauch an → Verbraucher abgegeben wird.

Wasserversorgungsunternehmen (WVU)

Das Wasserversorgungsunternehmen ist für die Lieferung des → Trinkwassers zuständig. Siehe auch → AVBWasserV.

Z

Zirkulationsleitung

Leitung, die ohne → Entnahmestelle (Ausnahme: Probeentnahmestelle) erwärmtes → Trinkwasser dem → Trinkwassererwärmer zurückführt (DVGW W 553). Symbol: TWZ oder PWH-RC. Siehe auch DIN EN 806, DIN 1988, DVGW W 553.

Zusatzstoffe

Nicht mehr zu verwendende Bezeichnung für Stoffe, die dazu bestimmt sind, dem → Trinkwasser zur Beeinflussung seiner Beschaffenheit oder zur Erzielung bestimmter Eigenschaften oder Wirkungen zugesetzt zu werden. Siehe auch → Aufbereitungsstoffe und → Desinfektion.