Trinkwasserwärmer

Trinkwasserwärmer

Die Warmwassertemperatur darf aus hygienischen Gründen nicht unter 60 °C eingestellt werden!

Trinkwassererwärmer erwärmen das kalte Trinkwasser durch unmittelbare oder mittelbare Beheizung.

Schutz der Trinkwasserinstallation und des Trinkwassererwärmers

Die Trinkwassererwärmer müssen vor einem unzulässig hohen Anschlussdruck geschützt werden. Auch die Trinkwasserinstallation muss davor geschützt werden, dass der Trinkwassererwärmer die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigt. Insbesondere Trinkwassererwärmer, bei denen die Erwärmung des Trinkwassers durch mittelbare Beheizung über flüssige, dampfförmige etc. Wärmeträger erfolgt, können im Schadensfall das Trinkwasser beeinträchtigen oder verunreinigen. Deshalb ist der Schutz des Trinkwassers bei dieser Beheizungsart besonders wichtig.

Ist das Wärmeträgermedium mit gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen (Inhibitoren) nach DIN EN 1717  und DIN 1988-100 gemäß Flüssigkeitsklasse 4 + 5 beaufschlagt, muss auf jeden Fall für die Erwärmung des Trinkwassers ein Zwischenmedium-Wärmeübertrager nach DIN 4753-11 und DIN EN 12897 eingebaut werden.

Bei der unmittelbaren Beheizung können durch Rauch- bzw. Abgase der festen, flüssigen oder festen Brennstoffe sowie bei elektrischer Energiezufuhr Perforationen an der Trennwand zwischen Trinkwasser und Wärmeträger auftreten. Hierdurch wird das Trinkwasser allerdings nicht beeinträchtigt.

Die Speichergröße wird nach dem festgestellten Trinkwasserverbrauch – z. B. nach DIN 4708 – dimensioniert. Nicht benötigte Speicher sind stillzulegen und die Anschlussleitungen komplett abzutrennen. Damit der gesamte Speicherinhalt erwärmt werden kann, ist der Trinkwassererwärmer gegebenenfalls durch zusätzliche Umwälzung des Speicherinhaltes oder Einbau eines außerhalb angeordneten Wärmetauschers mit Ladepumpe umzurüsten.

Einstellung der Wassertemperatur bei Klein- und Großanlagen

Aus hygienischen Gründen sollte die Warmwassertemperatur im Trinkwassererwärmer nicht unter 60 °C liegen. Dieses ergibt sich auch aus den technischen Regeln zur Verminderung des Infektionsrisikos mit Legionellen.

Bei Kleinanlagen (Ein- und Zweifamilienhäuser; Mehrfamilienhäuser mit dem Inhalt des Trinkwassererwärmers ≤ 400l und Inhalt jeder abgehenden Rohrleitung ≤ 3 l) wird die Einstellung der Reglertemperatur am Trinkwassererwärmer auf 60 °C empfohlen. Betriebstemperaturen < 60 °C sind auf Grund des geringeren Risikos möglich.

Bei Großanlagen (Inhalt des Trinkwassererwärmers > 400l und/oder Inhalt jeder abgehenden Rohrleitung > 3 l) muss am Warmwasseraustritt des Trinkwassererwärmers eine Temperatur von 60 °C eingehalten werden. Der gesamte Inhalt des Trinkwassererwärmers einschließlich der Vorwärmstufen ist mindestens einmal am Tag auf 60 °C zu erwärmen.

Innerhalb des Regelkreises ist betriebsbedingt mit Abweichungen von der geforderten Temperatur von 60 °C zu rechnen. Bei Temperaturkontrollen darf eine Temperatur von 55 °C nicht unterschritten werden. Zirkulationssysteme und selbstregelnde Begleitheizungen sind so zu betreiben, dass die Trinkwassertemperatur im System um nicht mehr als 5 K gegenüber der Speicheraustrittstemperatur unterschritten wird. Zeitsteuerungen für Zirkulationspumpen und selbstregelnde Begleitheizungen sind so einzustellen, dass die Zirkulation ununterbrochen betrieben wird (nur Großanlagen). Nicht benutzte Leitungsteile sind zu entleeren und abzutrennen (siehe DIN 1988-4 Abschnitt 3.5). Sanierte Systeme sind möglichst wie Neuinstallationen zu betreiben.

Einbau von Wasserzählern

Zur Kontrolle des Warmwasserverbrauchs sollen (gemäß Bauordnung, Bürgerlichem Gesetzbuch, sowie der Betriebskostenverordnung für Gebäude ab zwei Wohneinheiten Pflicht) Trinkwasserzähler in die Kaltwasserzuleitung zum Trinkwassererwärmer eingebaut werden. In ausgedehnten Systemen kann es erforderlich sein, die Verbrauchswerte für einzelne Bereiche oder Gebäude zu ermitteln. Nach der Novellierung der Heizkostenverordnung (HeizkV 2009) ist der Energieverbrauch sowohl für die Warmwasserbereitung als auch für die Wärmeversorgung jeweils durch einen Wärmezähler zu erfassen.