Haus-Wasserzähler

Haus-Wasserzähler

Haus-Wasserzähler mit Anschlussplatte

Überwiegend erfolgt heute in Deutschland die Messung des Trinkwasserverbrauchs über Zähler, die die Geschwindigkeit des durchströmenden Trinkwassers nutzen. Die Wasserzähler sind Eigentum des Wasserversorgungsunternehmens.

Funktionsweise

Das Trinkwasser treibt ein umlaufendes Flügelrad oder eine Turbine an. Über eine bekannte Fläche, durch die das Trinkwasser im Zähler strömt, und die Anzahl der Umdrehungen des Flügelrades wird dann mit Hilfe des Übersetzungsgetriebes das Volumen angezeigt. Als weiteres Unterscheidungsmerkmal hat jeder Zähler eine vorgeschriebene Einbaulage, in der er eingesetzt werden darf. Manche dürfen nur in horizontaler oder vertikaler Lage eingebaut werden, andere sind sowohl für eine waagerechte als auch für eine senkrechte Installation geeignet.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen werden bundesweit Mehrstrahlflügelradzähler als Nassläufer eingebaut. Im Gegensatz zu den trockenlaufenden Mehrstrahlflügelradzählern haben die sogenannten Nassläufer in der Praxis wesentlich günstigere Werte, insbesondere im unteren Messbereich. Dies liegt an der Tatsache, dass die mit Trinkwasser umspülten Lager der Übersetzungs- und Antriebsräder durch das zu messende Medium eine Dauerschmierung erfahren, die sich positiv auf die Leichtläufigkeit auswirkt.

Einstrahlflügelradzähler werden überwiegend als Wohnungstrinkwasserzähler eingesetzt, da sie üblicherweise sowohl horizontal als auch vertikal eingebaut werden dürfen.

Eichpflicht

Wenn mit Hilfe eines Messgerätes eine physikalische Größe festgestellt wird und die Anzeige des Zählwerkes als Rechnungsgrundlage dient, wird diese Situation im Eichrecht „geschäftlicher Verkehr" genannt. Damit unterliegt ein derartig eingesetztes Messgerät der Eichpflicht mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

Für Trinkwasserzähler lauten die wichtigsten diesbezüglichen Forderungen:

  • der Zähler muss eine Bauartzulassung haben
  • der Zähler muss geeicht sein
  • die Eichgültigkeitsdauer darf nicht überschritten werden

Die Bauartzulassung besagt unter anderem, ob der Zähler für Kalt- oder Warmtrinkwasserbetrieb eingesetzt werden darf. Ebenso ist die Einbaulage vorgeschrieben, die am Einsatzort auch eingehalten werden muss. Außerdem kann man darin nachlesen, für welche metrologischen Klassen der Zähler bzw. sein Messeinsatz zugelassen ist. Auch die Zugehörigkeit zu einer Druckverlustgruppe innerhalb der Bauart ist dort festgelegt.

Die Eichgültigkeitsdauer beträgt für Kalttrinkwasserzähler sechs Jahre und für Warmtrinkwasserzähler fünf Jahre. Der Hauptstempel an einem Zähler dokumentiert, dass der Zähler die Anforderung und Eichung eingehalten hat. Der Hauptstempel wird landläufig Eichplombe genannt, obwohl er - gerade bei den Einstrahl-Flügelradzählern - auch als Aufkleber angebracht sein kann. Auf dem Stempel ist außer dem Kurzzeichen der Prüfstelle oder des Eichamtes, das die Prüfung durchgeführt hat, noch die Jahresbezeichnung angebracht, die das Jahr der Eichung angibt.

Größe und Montage der Wasserzähler

Die Bestimmung und Vorgabe der Größe des Haupttrinkwasserzählers erfolgt im Regelfall durch das örtliche Wasserversorgungsunternehmen auf Basis eines Formblattes mit den Angaben zu angeschlossenen Armaturen, Geräte und Bauteilen sowie den Wohnungseinheiten.

Damit vom Wasserversorgungsunternehmen der Trinkwasserzähler spannungsfrei eingebaut werden kann, muss das Vertragsinstallationsunternehmen hierfür eine sogenannte Trinkwasserzähleranschlussplatte montieren. Neben dem spannungsfreien Einbau des Trinkwasserzählers ist auch der Potentialausgleich nach VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen) sichergestellt.

Darüber hinaus sind Trinkwasserzähler in frostgefährdeten Räumen ausreichend zu dämmen, um eine Beschädigung durch Einfrieren zu vermeiden.